Das Making-of

Das erste Buch zu schreiben erlebte ich als Abenteuer im Kopf

Da ich zunächst keine Erfahrung damit hatte, wie man so ein Projekt praktisch angeht, las ich einige Ratgeber für angehende Autoren durch und nahm mir ihre Empfehlungen zu Herzen. Doch letztendlich musste ich meinen eigenen Weg finden, all die Ideen, die in meinem Kopf herumspukten, so unter Kontrolle zu bekommen, dass eine spannende Geschichte daraus werden konnte, die mit ungewöhnlichen Perspektiven überrascht.

Die Motivation zur Story

Fachbücher zu grenzwissenschaftlichen Themen regen meine Fantasie an. Irgendwann wagte ich mich an Lektüre, die zu vermitteln versuchte, was man sich unter einer 6-dimensionalen Welt vorzustellen hätte und welche Rolle die Quantenmechanik darin spielt. Quanten sind der Stoff aus dem unsere Wirklichkeit besteht. Und es heißt ja, dass sie ihre Eigenschaften ändern, sobald sie bewusst beobachtet werden. Was wäre, fragte ich mich, wenn sich jemand diese Erkenntnis im großen Stil nutzbar machen könnte? Beispielsweise, weil er über ausreichend Wissen und Geld verfügt, eine verlässliche Technologie dafür zu entwickeln? Erläge er nicht der Versuchung, das aus dem Ruder laufende Weltgeschehen in eine vernünftige Richtung zu zwingen? Welche Richtung wäre das?

Der Physiker Hans-Peter Dürr fiel mir ein und sein berühmtes Pendel. Die Ausgangsposition, in der es sich senkrecht nach oben stehend in der absoluten Waage befindet, bezeichnete er als Zustand der höchsten Sensibilität, den Intelligenzpunkt, den Augenblick der Entscheidung. Den Moment – so interpretiere ich das – in dem sich nicht plumper Zufall und Schwerkraft, sondern das organisierte Chaos des globalen Bewusstseins dafür entscheidet in welche Richtung der Spin des Pendels drehen wird. Könnte es nicht auch von starker Emotion getragener Wille sein, der das schafft?

Das Konzept

Ich begann damit, ein grobes Gerüst der Geschichte zu verfassen. Dabei verschaffte ich mir Klarheit darüber, welche Protagonisten ich benötigen würde, welche Ziele sie verfolgen und welche Charakterzüge ich mir für sie wünschte. Ich überlegte, wie die Figuren aussehen könnten und durchstöberte das Internet nach Fotos von Persönlichkeiten, hauptsächlich Schauspielern, denen ich die entsprechende Rolle anvertraut hätte.

Der Gehirnforscher Professor Aldo Effetti sollte kein strahlender Held, aber ein ironisch überzeichnetes Genie sein, und eine Figur, die in der Lage ist, entschieden zu handeln, wenn man sie in die Enge treibt. Natürlich wehrt er sich mit technischen Mitteln, die nur ihm allein zur Verfügung stehen.

Die Durchführung

Ich besprach mein Konzept mit meinen TestleserInnen und ging anschließend daran, es stufenweise abzuarbeiten. Da klar war, wohin die Reise gehen sollte, lag das Abenteuer darin, vorauszuerleben, was im Detail passieren musste, um exakt dort anzukommen.

Ich legte einen Zeitplan an und versuchte eine konkrete Vorstellung von den Orten zu bekommen, an denen die Handlung spielen sollte.

Die zeitliche Einordnung

Der Roman spielt in den Jahren 2022-2024. Zeittafel
(Meine Leser finden das Passwort im Anhang des Romans Der Spinswitcher).

Die Definition der Orte

Um mich zu orientieren und beispielsweise den Fluchtweg des Protagonisten zu ermitteln, benutzte ich die dafür hervorragend geeigneten Apple Maps in 3D sowie Google Maps mit Street View. Wo die Passage des Frachters Anomalon entlang führen sollte, ermittelte ich mit Google Earth.

Die vier wichtigsten Räume der Handlung entwarf ich mit dem sehr einfach zu bedienenden 3D-Programm Sweet Home 3D. Die damit erstellten Grundrisse und perspektivischen Ansichten arbeitete ich nur rudimentär aus. Sie sollten lediglich als Gedankenstütze dienen. Die dargestellten Figuren sind nur Platzhalter.

Der Untertitel

Ein Roman ist kein Fachbuch und ich bin kein Wissenschaftler. Also verfrachtete ich meine Story in den sicheren Hafen einer angenommenen parallelen Wirklichkeit, in der sich die Welt so darstellt, wie ich sie interpretiere.

Das Lektorat

Das Lektorat übernahm Karin Wollschläger, deren umsichtiges Mitwirken erheblich zur Qualität des Manuskriptes beitrug.

Meine Testleser

Unter meinen TestleserInnen befanden sich einige belesene Frauen und Männer, darunter ein Motorradtrainer, ein Physiker, eine Pädagogin und eine Astrologin. Dankenswerterweise brachten sie bei der Beurteilung der insgesamt 16 Versionen des Spinswitcher ihr Fachwissen und ihr Bauchgefühl mit ein.

Herausgekürzte Passagen

Das Cover

Die Gestaltung des Covers übernahm ich selbst.

Das Schreibprogramm

An der Textverarbeitung Papyrus Autor fällt positiv auf, dass sie für Autoren konzipiert ist, die mit der deutschen Sprache arbeiten. Die sehr praktische Navigationsleiste für Kapitel und eigene Anmerkungen, die Möglichkeit Textpassagen per Drag and Drop umzustellen sowie das integrierte Synonymwörterbuch und der Duden-Korrektor machen es für mich zu einem unverzichtbaren Werkzeug. Seit der neuesten Version 8 bietet es sich auch für die Konzeption an. Dafür werde ich künftig Papyrus und Scrivener benutzen.


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